Herkulesb.Fahrpreis

 

 

 

Herkulesbahn Fahrpreis

 

Wenn über Fahrpreise zum Herkules bisher nicht gesprochen wird, dann könnte dies bedeuten, dass der normale Fahrpreis angedacht wird. Dennoch möchte ich ein paar Überlegungen zum Fahrpreis einer neuen Herkulesbahn anstellen.

Im Folgenden gehe ich davon aus, dass die KVG im Jahr 2012 für eine Straßenbahnfahrt mittlerer Dauer 0,80 Euro pro Fahrt bekommt. Dies ist der angenommene Mittelwert zwischen einer relativ teuren Einzelfahrkarte und den stark ermäßigten Fahrscheinen - wie z.B. der NVV-Jahreskarte, welche unzählige Fahrten zu einer sogenannten Flatrate ermöglicht. 

Wenn die KVG zu namhaften Einnahmen durch eine neue Herkulesbahn kommen will, dann nützt es jedoch nichts, dem ohnehin schon mit einer Flatrate ausgestattenen Personenkreis eine zusätzliche Strecke anzubieten. Diese Personen nutzen dann zwar auch die neue Strecke zum Herkules, finanziell betrachtet wird jedoch die ohnehin schon vorhandene Flatrate einfach nur besser in Anspruch genommen als bisher. Zusätzliche Einnahmen für die KVG zur Finanzierung der Herkulesbahn kommen hierdurch nicht zu Stande.

Andererseits wäre es wahrscheinlich umstritten, wenn die KVG allgemein die Fahrpreise anheben würde, nur um den Wiederaufbau der Herkulesbahn zu bezahlen. Da die finanzielle Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs nach heutigen Stand immer weiter zurückgefahren wird, müssen ohnehin schon Fahrpreiserhöhungen vorgenommen werden, die oberhalb der Inflationsrate liegen. Die Herkulesbahn muss also anders finanziert werden.

Hierzu werfe ich einen Blick auf die Bundesgartenschau im Jahr 1981: Ende der 1970er Jahre kostete eine Straßenbahnfahrt durch Kassel bei Erwerb einer Mehrfartenkarte im 5er-Block etwa 1,- DM. Im Jahr der Bundesgartenschau 1981 waren es etwa 1,20 DM. Für Kinder waren es noch ca. 60 Pfennige.

 

Bild einer Straßenbahnfahrkarte der KVG aus dem Jahr 1977 für Erwachsene

 

Auf der 5,5 Km langen Parkeisenbahn, die 1981 während der Buga durch die Kasseler Auen führte, wurden jedoch von der Firma Heinrich Mack, die die Parkeisenbahn betrieb, ganz andere Fahrpreise erhoben. Erwachsene hatten 6,- DM pro Fahrt zu bezahlen; dies war das 5-fache einer Straßenbahnfahrkarte. Der ermäßigte Fahrpreis für Kinder lag bei 4,50 DM; das war das 7,5-fache einer Kinder-Straßenbahnfahrkarte. Eine Familie mit 3 Kindern hatte somit 25,50 DM für die Fahrt mit der Parkeisenbahn zu bezahlen.  ->  Buga '81

Bei solch stolzen Fahrpreisen geht einem der Gedanke durch den Kopf, dass die Parkeisenbahn dann wahrscheinlich viele leere Sitzplätze befördert hat. Das Gegenteil war der Fall. Die 10 Züge für je 150 Personen fuhren im 3,5-Minuten-Takt und platzten besonders am Wochenende aus allen Näthen.

Einheimische wie Touristen waren bereit, für die Fahrt mit der besonderen Bahn (in diesem Fall mit der Parkeisenbahn) einen besonderen Preis zu entrichten. Dabei wurden die Bahnen tausendfach von den Touristen fotografiert. Außerdem wurden die Bahnen auf vielen Postkarten von Kassel abgebildet. Zugespitzt könnte man sagen: Wer nicht  mit dem Auen-Express gefahren war, der war auch nicht auf der Bundesgartenschau in Kassel.

Diesen Gedanken möchte ich auf die Planungen zu einer neuen Herkulesbahn übertragen: Wer in einigen Jahren nicht mit der neuen Herkulesbahn gefahren ist, der wird auch nicht in Kassel gewesen sein. Ein besonderer Fahrpreis wird die Menschen nicht davon abhalten, die Herkulesbahn rege zu benutzen und sich tausendfach vor den Bahnen fotografieren zu lassen. Dies hat das Beispiel "Auen-Express" als Attraktion für Kassel gezeigt. Die Betreiberfirma des Auen-Express konnte für ein gutes Angebot auch einen guten Preis erzielen und sich dementsprechend über den Umsatz freuen.

Was aber würde eine Fahrt mit dem Auen-Express heute kosten, wenn jetzt eine neue und ähnliche Buga-Parkeisenbahn durch Kassel fahren würde. Im Jahr 1981 war es das 5-fache bis 7,5-fache vom Preis einer Straßenbahnfahrkarte. Bei einem Preis von 2,20 Euro pro Straßenbahnfahrt im Jahr 2012 würde heute bei gleicher Verhältnismäßigkeit ein Preis von 11 Euro für Erwachsene und 8,25 Euro für Kinder zu erwarten sein. Die Familie mit 3 Kindern würde unter diesen Konditionen etwa 46,75 Euro berappen müssen, wenn heute wieder eine Buga-Parkeisenbahn durch die Kasseler Auen fahren würde. Und damals wie heute würden Touristen und Einheimische dieser Preis bezahlen.

Für die Fahrt mit der Herkulesbahn bedeutet dies, dass sie nicht zum Schnäppchenpreis angeboten werden muss. Sie darf etwas kosten. Ich würde es für angemessen halten, wenn grundsätzlich ein Multiticket erforderlich ist. Die Konditionen dieses Tickets laden dazu ein, weitere Personen mitzunehmen. Das ist sinnvoll und gewollt. Die Familie mit 3 Kindern führe dann (bei heutigem Preisniveau) für 7,-€ zum Herkules - und zwar hin und zurück! Das ist sogar 30 Jahre nach der Buga 1981 billiger als die Fahrt mit der Parkeisenbahn mit den Preisen von damals. Trotzdem dürfte es für die KVG interessant sein, wenn auf der Strecke zum Herkules grundsätzlich eine Extra-Fahrkarte vorgesehen würde.

Das vorgeschlagene Multiticket, könnte zugleich für PKW's als Parkgebühr am Herkules eingeführt werden. Autofahrer bekämen dann ganz sicher einen freien Parkplatz am Herkules. So gesehen würde eine neue Herkulesbahn für freie Parkplätze am Herkules sorgen, denn so viel ist sicher: Die Bahn räumt ab. Da nach diesem Vorschlag auch Autofahrer ein Multiticket am/zum Herkules benötigen, würden viele Fahrzeuglenker noch einmal darüber nachdenken, ob man unbedingt mit dem Auto in den Naturpark-Habichtswald fahren muss. Es ist nun mal ein Widerspruch, wenn man erst Öl/Benzin verbrennt, bevor man anschließend die Natur im Habichtswald genießen will.

Wenn die KVG die hier vorgeschlagenen Parkgebühren am Herkules-Parkplatz bekäme, dann hätte sie mehr als genug Einnahmen, um die Herkulesbahn langfristig, umweltfreundlich und kostendeckend zu betreiben.

 

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Literaturhinweis

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