Herkulesbahn 03

 

 

 

Herkulesbahn 03  - -  Fortsetzung  - -  Die Herkulesbahn in neuer Form

 

Als die alte Herkuelsbahn im Jahr 1966 eingestellt wurde, sah alles nach ihrem Ende aus. Heute jedoch kann man sehen, dass Teile der Herkulesbahn schon seit Jahren wieder auf der Schiene angefahren werden. Diese Streckenteile nennen sich allerdings nicht "Herkulesbahn", denn sie werden heute von den Straßenbahnen der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) bedient. Ich gehe in diesem Bildbericht den unteren Abschnitt der alten Herkulesbahn im August 2012 in Teilstücken entlang:

 

Kirchweg - Hasselweg - Palmenbad - Goßmann

 

 

Kirchweg - Hasselweg - Palmenbad - Goßmann

 

Auf dem genannten Abschnitt der alten Herkulesbahn-Linien 12 und 13 fahren heute die KVG-Straßenbahnlinien 3 und 4. Allerdings haben sich die Namen der Haltestellen teilweise geändert. Die Haltestelle "Palmenbad"  heißt heute "Brabanter Straße" und die Haltestelle "Goßmann" heißt heute "Druseltal". Der Name der Haltestelle "Druseltal" ist vor einigen Jahren umgezogen als die Straßenbahnendstation der Linie 3 von der "Hugo-Preuss-Str." in die Straße "Im Druseltal" verlegt wurde. Dadurch befindet sich die Straßenbahnhaltestelle "Druseltal" heute etwa in Höhe derjenigen Stelle, an der früher die Haltestelle "Goßmann" der Linie 13 zu finden war.

 

Der dritte Teil der Bilderreise beginnt am Palmenbad:

An dieser Kreuzung hatte für die alte Herkulesbahn einmal alles angefangen: Hinter der Baustelle lag die Haltestelle "Palmenbad". Dort gab es ein Wartehäuschen, von wo aus die Bahnen der Herkulesbahn die Kurhausstraße hinauffuhren (im Bild nach links oben). Eine kleine Stichstrecke gab es (im Bild nach rechts oben) in die Hunrodstraße, wo die mit Kohle beladenen Güterzug-Straßenbahnen das Elektrizitätswerk von Gustav Henkel anfuhren. Dem E-Werk war das namensgebende Palmenbad angeschlossen. 

 

Auch heute gibt es Straßenbahnverkehr auf dieser Kreuzung, an der früher das Palmenbad lag. Die unmittelbar angrenzende Straßenbahn-Haltestelle heißt "Brabanter Straße". Gerade kommt ein Zug der Linie 3 über die Brücke der Drusel gefahren. Die Bahn wird noch weiter steil das Druseltal hinauffahren.

 

Die Straßenbahn wird von Menschen aller Generationen rege genutzt, obwohl das Stadtviertel ab hier vielen Gärten und Grünflächen aufweist. Der Bahnfaktor ist offensichtlich. Das Foto zeigt die Haltestelle "Brabanter Straße". Bis in die 1990er Jahre fuhr die Straßenbahn auf ihrer ursprünglichen Route auch geradeaus weiter durch die Kurhausstraße bis nahe vor das Schloss Wilhelmshöhe. Dieser Streckenast wurde jedoch aufgegeben, weil er einen Parallelverkehr / Konkurenzverkehr zur Linie 1 nach Wilhelmshöhe bedeutete. Heute folgt die Strecke dem Verlauf der Vorfahrtsstraße nach links in die Brabanter Straße. Hier findet sich einer der steilsten Streckenabschnitte im Tramnetz der KVG.

 

Hier kommt eine Linie 3 die Brabanter Straße hinuntergefahren. Die Bahn darf hier wegen des starken Gefälles nur langsam fahren. Warum aber hat man überhaupt die Straßenbahn ausgerechnet über diesen steilen Streckenabschnitt geführt? Die Antwort ist einfach: Bei all den vielen Herkules-Fahrgästen wollte die "Große Kasseler Straßenbahn" der Herkulesbahn Konkurenz machen und den Umsteigepunkt zwischen Straßenbahn und Herkulesbahn weiter nach oben verlegen. Damit konnte man den Anteil der Straßenbahnnutzung vergrößern und zugleich der Herkulesbahn "das Wasser abgraben". Durch diese Motivation entstanden zwei Schienenwege Richtung Druseltal / Luisenhaus.

 

 

Fortsetzung des Bildberichtes am Kirchweg:

Die Herkulesbahn hatte jedoch ihrerseits der "Großen Kasseler Straßenbahn" Konkurenz gemacht und schon 1909 ihren unteren Streckenendpunkt an den Kirchweg verlegt. Die verlängerte Trasse der Herkulesbahn verlief durch die Druseltalstraße und die Kohlenstraße. Der Parallelverkehr / Konkurenzverkehr zur Straßenbahn war also schon früh entstanden und hat sowohl die "Große Kasseler Straßenbahn" (heute KVG) als auch die Herkulesbahn geschwächt. Von Seiten der Herkulesbahn gab es sogar noch weiter reichende Pläne, die den Parallelverkehr / Konkurenzverkehr bis in die Innenstadt ausgeweitet hätten. Dazu ist es damals jedoch nicht mehr gekommen.

Im Bild ist die Haltestelle "Kirchweg" zu sehen. Hinter dem schwarzen Auto lag bis 1965 die konkurierende Haltestelle der Herkulesbahn. Doch auch wenn die Herkulesbahn als Schmalspurbahn langfristig keinen Bestand hatte, so gibt es heute dennoch einen regen Straßenbahnverkehr am Kirchweg. Das Straßenbahnnetzt in Kassel wächst. Abschnitte die früher mit der Herkulesbahn befahren werden konnten, lassen sich heute mit der Straßenbahn befahren. Ich fahre mit den Straßenbahnen der KVG vom "Kirchweg" zur Haltestelle "Hasselweg" an der Druseltalstraße.

 

Exkurs:

Exkurs:

Bevor ich in die Straßenbahn Richtung "Hasselweg" steige, kommt hier noch ein Abstecher: An der Haltestelle "Kirchweg" gibt es in der angrenzenden Friedenstraße (mitte rechts) noch Reste der Herkulesbahn zu sehen.

 

An mehreren Häusern in der Friedenstraße sind immer noch die Befestigungen für die Fahrleitungen vorhanden.

 

Auch dieser verschnörkelte Mast an der Friedenstraße Ecke Kohlenstraße dürfte noch von der alten Herkulesbahn stammen.

 

Auf diesem Bild aus 1965 von Dr. Heribert Menzel (c) dürfte es sich links neben der Litfaßsäule um den gleichen verschnörkelten Mast handeln, der noch heute dort steht und auf dem vorangehenden Bild zu sehen ist.

Exkurs Ende

 

Fortsetzung Kirchweg

Zurück zum Kirchweg: Ich steige am "Kirchweg" in eine Straßenbahn und fahre mit Umsteigen am Bahnhof Wilhelmshöhe zum "Hasselweg". Der Fahrweg verläuft aber nicht mehr über die Kohlenstraße, sondern über die parallel verlaufende Wilhelmshöher Allee. Die Gleise auf dieser Strecke liegen so, dass heute auch eine durchgehende Linie eingerichtet werden könnte.

 

Fortsetzung des Bildberichtes am Hasselweg:

 

 

Die Haltestelle "Hasselweg" ist erreicht. Die alte Herkulesbahn verlief über die gleiche Kreuzung, allerdings quer zur heutigen Lage der Straßenbahnhaltestelle. Es fällt auf, dass die Haltestelle "Hasselweg" gut ausgestattet ist. Dazu zählen: Wetterschutz-Häuschen aus Glas, Niederflur-gerechte Bahnsteigkanten mit Kasseler Sonderbord, digitale Fahrzielanzeiger an beiden Bahnsteigen und es sind sogar akustische Ansagen auf Knopfdruck installiert. 

 

Die alte Herkulesbahn führte am Hasselweg die Druseltalstraße (Bildmitte) hinauf. Auch die Straßenbahnlinie 4 fährt über die Druseltalstraße - allerdings quer zum Verlauf der Herkulesbahntrasse. Der Aufenthalt der Straßenbahnen an dieser Kreuzung ist nach meiner Beobachtung sehr kurz. Ich hatte während der Fotoaufnahmen den Eindruck, dass die Straßenbahnen die Ampel beeinflussen- und "freie Fahrt" anfordern können.

 

In der Nähe der Haltestelle "Hasselweg" ist dieses Bild aufgenommen. Wer sich auf die Eisenbahnbrücke stellt, blickt von hinten auf den Bahnhof Wilhelmshöhe. Diese Brücke ist heute breit ausgebaut. Zu Zeiten der alten Herkulesbahn war die Brücke noch eng und einspurig.

 

Foto (c): Dr. Heribert Menzel.  Hier ist die alte einpurige Brücke über die Eisenbahn in des Nähe der Haltestelle "Hasselweg" zu sehen. Das vorangehende Bild auf den Bahnhof Wilhelmshöhe ist rechts über das heutige Brückengeländer gemacht. Als dies schwarz-weiss-Bild aufgenommen wurde, konnte man über das linke Brückengeländer noch zum Güterbahnhof-Wilhelmshöhe der Herkulesbahn hinüberblicken. Wer heute links über das Brückengeländer schaut, der sieht die neu gebaute Werkstatt für die Flirt-Züge der Cantus-Bahn, in der auch Regio-Trams gewartet werden können.

 

In der Mitte zwischen der Haltestelle "Hasselweg" und der Eisenbahnbrücke befindet sich ein Fast-Food-Restaurant. Im ersten Stock hat man einen guten Ausblick. Vorne auf der Druseltalstraße verlief die alte Herkulesbahn. Hinten rechts ist in der Haltestelle eine Nachfolgerin zu sehen.

 

Nahe der Kreuzung Hasselweg / Druseltalstraße ist dieses Bild in der Eugen-Richter-Straße auf der grünen Wiese aufgenommen. Das Ziel einer neuen Herkulesbahn ist dabei klar vor Augen: Der Herkules!

 

Übersicht: Die folgenden Bilder sind im größeren Umfeld von "Betriebshof Döchne" und "Palmenbad" gemacht.

 

 

Langsam mache ich mich auf den Rückweg zum Ausgangspunkt dieses Bildberichtes = Palmenbad / Brabanter Straße. Dabei komme ich durch die Baunsbergstraße. Im oberen Teil der Bausbergstraße (im Hintergrund) fuhr früher die Herkulesbahn vom Palmenbad zum "Depot Dönche". Man konnte früher dieses Depot hinter der nächsten Kurve im Hintergrund auffinden.

Im mittleren Teil der Baunsbergstraße fährt nach wie vor die Straßenbahnlinie 3.

Kurios ist, dass heute im unteren Teil der Baunsbergstraße (vorne im Bild) ebenfalls Gleise liegen. Es handelt sich um ein nur kurzzeitig genutztes Gleisprovisorium, das vor einigen Jahren für eine Baustellenumfahrung in der Landgraf-Karl-Straße angelegt worden war. Das extra angelegte Gleisprovisorium zeigt an, welch hohen Stellenwert die Straßenbahn in Kassel hat. In anderen Städten wäre wahrscheinlich ein SEV eingerichtet worden.

Unten rechts im Bild kommt das Gleis aus Richtung Wilhelmshöher Allee. Auch wenn dieses Gleis noch nicht einer neuen Herkulesbahn dient, so zeigt die provisorische Verbindung dennoch an, dass bei Bedarf auch eine Direktverbindung von der Straßenbahnwendeschleife Wilhelmshöhe in Richtung Druseltal / Herkules eingerichtet werden könnte - - falls dies gewünscht sein sollte.

Im Hintergrund ist neben dem roten Bus eine grüne Wiese zu sehen. Dort entsteht das nächste Bild.

 

 

Rechts kommt aus der Kurhausstraße ein weißer Lieferwagen. Er biegt gleich nach rechts in den oberen Teil der Baunsbergstraße ab. So wurde auch die alte Herkulesbahn zwischen Palmenbad/Brabanter Straße und Depot Dönche geführt. Das Depot befand sich etwa 250m hinter dem Parkplatz in der Bildmitte.

 

Wo im vorhergehenden Bild der weiße Lieferwagen stand, ist hier das Bild die Kurhausstraße hinunter aufgenommen. Unten an der Kreuzung befindet sich die Haltestelle Palmenbad bzw. Brabanter Straße, wo die moderne Niederflur-Straßenbahn fährt. Auf dem Foto ist im Hintergrund die kleine Mauer der Brücke über die Drusel wiederzuerkennen, die schon auf einem Bild weiter oben in diesem Beitrag zu sehen war. 

 

Zur Übersicht: Die hier gezeigten Bilder betreffen den violett dargestellten Streckenabschnitt

 

 

Auf dem hier violett dargestellten Abschnitt der Kurhausstraße fuhr zunächst die Herkulesbahn auf Schmalspurgleisen. Wegen der Ausweitung des Parallelverkehrs / Konkurenzverkehrs wurde dieses Streckenstück jedoch nach einigen Jahren nicht mehr benötigt. So wurde es 1923 für den Betrieb mit Fahrgästen aufgegeben. Als sich später abzeichnete, dass die Herkulesbahn von der KVG übernommen würde, richtet man diesen Streckenabschnitt als normalspurige Betriebsstrecke wieder her. Man wollte zunächst nur auf das Depot Dönche verzichten und die Herkulesbahn-Triebwagen zu Instandsetzungsarbeiten huckepack auf Arbeitsbeiwagen in den Betriebwshof Wilhelmshöhe bringen können. Es wurden zuletzt auch tatsächlich die Triebwagen der Herkulesbahn für größere Reparaturen in den Betriebshof Wilhelmshöhe überführt.

 

Das Titelbild des sehr zu empfehlenden- und grundlegenden Buches von Adam Stoer über die Herkulesbahn in Kassel (erschienen in Kassel 1982) zeigt den gleichen Streckenabschnitt durch die Kurhausstraße wie im vorangehenden Foto. Die Kurhausstraße war damals jedoch noch nicht bebaut, so dass man einen freien Blick auf den Herkules, auf das Palmenbad und auf das Elektrizitätzwerk von Gustav Henkel hatte. Links neben dem hinteren Triebwagen ist das Wartehäuschen der damaligen Endstation Palmenbad (heute "Brabanter Straße") zu erahnen. Noch weiter im Hintergrund verlief schon damals die normalspurige Straßenbahnstrecke. Es ist jedoch auf dieser Aufnahme zufällig kein Triebwagen der Großen Kasseler Straßenbahn im Hintergrund zu sehen.

 

Inzwischen bin ich wieder unten an der Kurhausstraße angekommen. Triegwagen 620 hält stadteinwärts an der Brabanter Straße (ex. Palmenbad). Wenn es das Wartehäuschen der alten Herkulesbahn noch geben würde, so läge dies verdeckt etwas hinter dem Triebwagen.

 

Ich füge noch ein Bild aus 2011 an. Es zeigt den heutigen neuen Endpunkt der Linie 3 im Druseltal. In Höhe des Fotostandpunktes befand sich früher die Haltestelle Goßmann bzw. Sanatorium Goßmann. Schon jetzt lebt mit diesem Streckenstück der Straßenbahnlinie 3 ein Stück der Herkulesbahn wieder auf.

Herkulesb.Mediathek

 

Die Herkulesbahn wird noch an weiteren Stellen indirekt wieder aufleben, die heute noch gar nicht im Blick sind. Dazu gehört z.B. der alte Plan, die Zweigstrecke der Herkulesbahn am Brasselsberg zu verlängern nach Elgershausen. Auch hier wird es sich ähnlich verhalten, wie an der Haltestelle "Hasselweg": Die Bahn nach Elgershausen wird früher oder später kommen - aber nicht als Herkulesbahn, sondern als (Regio-)Tram aus Großenritte.

 

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Literaturhinweis

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